Was ist Stress?

In der Wissenschaft bzw. Medizin hat den Begriff in den 40er Jahren der Arzt Hans Selye eingeführt: Stress als die Auswirkung von (körperlicher oder seelischer) Belastung auf den Körper, die zu charakteristischen körperlichen und seelischen Veränderungen führen kann. Damit war der Grundstein gelegt zur intensiven Erforschung von Stress und Stressfolgen.
Der Begriff ist aber auch im Alltag präsent: Stress am Arbeitsplatz, in der Familie, Freizeitstress, usw… Viele fühlen sich im Stress und es gibt tatsächlich Hinweise, dass die Hälfte der krankheitsbedingten Fehltage auf Stressprobleme zurück zu führen sind.
Doch was ist Stress? Hier sind drei Aspekte zu unterscheiden: Stressoren, persönliche Stressverstärker und die Stressreaktion.

Stressoren

Stress kann man als Anforderungen von außen sehen, die an einen gestellt werden (z. B. Kritik durch die Führungskraft, ein Autounfall, Krankheit, Leistungsdruck...).

Aber nicht jede Anforderung von außen bedeutet Stress. Das hängt davon ab, ob man glaubt, mit einer Situation umgehen zu können, ob man die Situation für vorhersehbar hält und wie wichtig sie einem ist.

Steht beispielsweise eine Präsentation in der Arbeit an, so wird die Aufregung höher sein, wenn man sich schlecht vorbereitet fühlt, als wenn man sich gut vorbereitet hat. Hält man öfter Präsentationen und kann das Publikum einschätzen, dann weiß man gewissermaßen was auf einen zukommt und ist weniger aufgeregt, als wenn man selten präsentiert. Und es macht natürlich einen Unterschied, ob man denkt, dass einen die Präsentation auf der Karriereleiter weiter voranbringen kann, oder ob es nicht weiter schlimm ist, wenn etwas schief geht.

Persönliche Stressverstärker

Stress ist individuell: Unterschiedliche Menschen reagieren in ein- und dergleichen Situation unterschiedlich.

So regt sich der eine im Stau auf, während der andere ihn gelassen hinnimmt. Die eine sieht in einer schwierigen Aufgabe in der Arbeit die Chance sich zu beweisen, während die andere sich Sorgen macht, es nicht zu schaffen. Einfluss, wie eine Situation interpretiert wird, haben bestimmte Denkmuster und persönliche Stressverstärker. Sie sind die Brille, durch die man den Alltag sieht und basieren auf individuellen Einstellungen, Vorerfahrungen und Motiven.

Stressreaktion

Unter Stress kann es zu vielfältigen Reaktionen kommen: es wird körperliche Energie bereitgestellt und es kommt zu typischen Verhaltensweisen und Gedanken. So erhöht sich beispielsweise in einer akuten Stresssituation der Herzschlag und die Atmung wird schneller.

Bei langfristigem Stress können körperlichen Folgen wie Herz-Kreislauferkrankungen auftreten, aber auch Veränderungen im Verhalten und Fühlen: So manch einer wird hektisch und ungeduldig, trinkt viel Kaffee und macht keine Pausen mehr, begleitet von Nervosität oder Gefühlen der Unruhe.

Die körperliche Stressreaktion als solche ist gut und sinnvoll – es wird die Energie bereitgestellt, die man für eine anstrengende Situation braucht. Kritisch und gesundheitsschädlich wird es erst, wenn der Stress chronisch wird.